Entstehung des architektonischen Konzepts

Bereits 2002 wurde ein von der Republik Österreich einberufenes internationales Architektenkonsortium damit beauftragt, an der Entwicklung eines zukunftsträchtigen Konzepts für den Praterstern zu arbeiten, das weit über die bloße Instandsetzung des Nordbahnhofs hinausgehen sollte. In Abstimmung mit den Bundesbehörden sowie der Initiative Niemals Vergessen wurde die Realisierung des Projekts airport.praterstern vorbereitet.

Die Planung eines Flughafens direkt im städtischen Raum ist natürlich eine komplexe Aufgabe und setzt eine interdisziplinäre Kooperation mit Expertenteams aus verschiedenen Gebieten der Luftfahrt voraus. Vor allem aufgrund des intensiven Austausches mit Flughafenplanern und -betreibern in Südostasien, die mit der Problematik des Flughafens im urbanen Raum seit Jahrzehnten vertraut sind sowie der engen Zusammenarbeit mit dem europäischen Flugzeugkonzern EADS, dessen Forschungsteams die aktuellsten Technologien für den Bau neuer Kleinflugzeuge heranzogen, konnte ein Flughafenkonzept entwickelt werden, das in puncto Lärmvermeidung, Umweltverträglichkeit und Flugsicherheit weltweit neue Maßstäbe setzt.


Städtebauliche Veränderungen


Das städtebauliche Konzept sieht vor, die Schnellbahn ab dem Donaukanal unter die Erde zu verlegen, um somit einerseits die Zusammenlegung der Ankunftshallen von U-Bahn und Schnellbahn zu ermöglichen und andererseits Platz für die Flugzeuglandebahn auf der bisherigen Gleistrasse zu schaffen. Die Landebahn wird sich vom Praterstern bis ins Nordbahnhofareal erstrecken, die Schnellbahntrasse in der Traisengasse wird durch eine Fußgängerzone ersetzt. Im Zuge der Adaptierungen erhält der Praterstern einen volkommen neuen Charakter, er wird wieder zu einem zentralen Punkt der urbanen Landschaft Wiens.

Mit der Modernisierung der Bahnhofshalle und mit der Zusammenlegung der Bahnstrecken wird das gesamte Nutzungskonzept weitaus fahrgastfreundlicher gestaltet.


Der Flughafen


Das Flughafengebäude selbst ist als ein Gefüge von mehreren Baukörpern konzipiert. Die ankommenden Flugpassagiere werden durch die verschiedenen Gebäudeteile ins Zentrum des Pratersterns geführt, wo sie mit den Schnellbahn- und U-Bahn-Fahrgästen zusammentreffen. Durch die Bezugnahme auf die Blickachsen und Himmelsrichtungen, nach denen der Praterstern einst angelegt wurde, verweist es auf die historische Bedeutung des Standorts.

Mit dem airport.praterstern wird kein herkömmlicher Flughafen, sondern ein stiller Ort der Wiederkehr geschaffen. Bewusst wird auf gewohnte Bestandteile von Flughäfen wie Pass- und Zollkontrolle, Dutyfreeshops usw. verzichtet. Statt das gewohnte Prozedere zu durchlaufen, werden die Gäste durch die großen, hellen Räume, die einen weiten Blick auf die Stadt Wien und den zweiten Wiener Gemeindebezirk freigeben, von diesen als HeimkehrerInnen empfangen.

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