Im Jubiläumsjahr 2005 erinnert sich Österreich einer Vielzahl von Ereignissen, die für die Entwicklung unseres Landes seit 1945 entscheidend waren.

Die wichtigsten sind:
  • 60 Jahre Befreiung vom Nationalsozialismus
  • 60 Jahre II. Republik
  • 60 Jahre ÖGB
  • 50 Jahre Staatsvertrag, Unabhängigkeit und Neutralität
  • 50 Jahre Mitglied der Vereinten Nationen
  • 10 Jahre Mitgliedschaft bei der Europäischen Union

Neben diesen positiven Ereignissen nehmen wir das Jahr 2005 aber auch zum Anlass, uns des dunkelsten Kapitels unserer Vergangenheit zu erinnern, der Diktatur des Nationalsozialismus. Ein beträchtlicher Teil der österreichischen Bevölkerung machte sich an den beispiellosen Verbrechen dieser Zeit mitschuldig; von den zahlreichen österreichischen Nazigrößen bis hin zu den einfachen Parteimitgliedern und ArisierungsprofiteurInnen.

Indem die Republik Österreich den Nationalsozialismus als "Fremdherrschaft" anführte, sich selbst zum "ersten Opfer der Nationalsozialisten" stilisierte und dadurch ihrer historischen und moralischen Verantwortung entzog, legte sie auch schon das künftige Verhältnis zu den tatsächlichen NS-Opfern fest: Sie wurden gegenüber den TäterInnen in Fragen von Pensionsrecht, Restitution, Entschädigung und öffentlicher Erinnerung deutlich benachteiligt.

Das soll sich nun, 60 Jahre nach der Befreiung Österreichs, ändern.

Um jene Versäumnisse wieder gutzumachen, die durch bewusste Verdrängungspolitik jahrzehntelang angehäuft wurden, gründete die Republik Österreich die Initiative Niemals Vergessen. Das Ziel ist die Realisierung von Projekten, in deren Rahmen der Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird und die zur aktiven Aufarbeitung der Geschichte beitragen sollen.

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